Partille-CUP 2010 “You play on HEDEN 6 tomorrow at 8 o’clock!”
MTV D’hagen schreibt 2010 eigene Partille-Geschichte --- Girls 13: Finale erreicht --- Boys 14: LUGI LUND geschlagen --- Boys 14: disqualifiziert, weil 1/16 Finale verpasst und dann doch noch plötzlich im Halbfinale --- Johannes unglücklicherweise zweimal eingesperrt, aber dreimal (!!!) „gerettet“ --- Handy gestohlen, aber irgendwie doch nicht..
Montag, 05.07. 16 Uhr an der Hans-Bernd-Halle in Dänischenhagen:
Andi Waldeck, unser Jugendwart und ewiger Reiseleiter, konnte leider aufgrund eines glücklichen Umstandes (Sein neuer MTVD-Nachwuchs erblickte das Licht der Welt) nicht mit nach Schweden reisen, wie er es sonst immer (!) tat. An dieser Stelle geht daher ein lieber Gruß an ihn, seine Tochter Emily, die nur Tage vor der Fahrt geboren wurde, und natürlich an die stolze Mama Jessi!
Nichtsdestotrotz plante Andi alles für diesen Partille-Cup 2010 und ohne ihn hätten Per, Berger und alle anderen Trainer (Lennard, Axel), Betreuer (Anja, Marita, Tilly, Dirk und Roland) diese wieder einmal tolle und erfolgreiche Fahrt nicht leiten und durchführen können.
Danke, Andi!
Doch nun zum Cup im Speziellen:
Nachdem am Treffpunkt alle Kinder, Klamotten, Sandwich-Maker, Pokerkoffer und Schminksachen verladen waren, ging es wie jedes Jahr zum STENA-Terminal, um in „aller Ruhe und zum Teil friedlich“ um die Zimmerverteilung (4 Pers. pro Kabine) eines jeden Einzelnen auf dem Schiff zu kämpfen. Hierbei galten natürlich strengste internationale CHING-CHANG-CHONG-Regeln, die von wahllos bestimmten Nachwuchs-Schiedsrichtern auch aufs Peinlichste genau beachtet wurden.
Nach 45 Minuten und einer erfolgreichen Kabinenbelegung konnten die Trainer und Betreuer endlich auf dem Sonnendeck entspannen, wobei die Kids (mind. zu dritt!) unbeaufsichtigt durchs Schiff gehen durften. Inspiziert wurde dabei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die schöne Aussicht, diverse neue Parfüms im Shop, vielleicht auch die neue Speisekarte im Restaurant sowie an dem Infoschalter das ein oder andere zum Thema Göteborg in diversen Reiseführern nachgelesen. Wir Betreuer fragten uns allerdings später stirnrunzelnd, warum so viele von ihnen über einarmige Muskelbeschwerden litten. Es war uns unerklärbar, denn ein striktes Automaten-Verbot war zuvor verhängt worden und somit schlossen wir diese Ursache logischerweise aus!?! Vielleicht erfahren die Eltern nach der Fahrt den wahren Grund, denn:
Mit schließlich wieder genesenen Muskeln betraten wir am Morgen des 06.07. „das heilige Handball-Land“ des Partille-Cups in Göteborg und hatten dieses Jahr großes vor.
Die Teams:
G13 mit Stina, Luisa, Caro, Bente, Katta, Karla, Natalie, Karina – COACH Lennard und Per
Unsere jüngsten Mädels, gecoacht von Lennard (dem Mann mit der Gitarre und inzwischen Urgestein der MTVD-Partille-Fahrten), freuten sich riesig, endlich wieder nach Göteborg zu können, um zu zeigen, was sie denn so alles in der letzten Saison dazugelernt haben. In der Vorrunde bekamen dieses die Teams aus „Strandby Elling“ und „Khoroshevo Moscow, Sport School“ deutlich zu spüren, denn sie verloren klar mit 4:22 bzw. 9:22!!! Im B-Cup folgte dann ein Sieg (u.a. 29:2 geg. „Neistin 2“) dem anderen, bis die Mädels sich schließlich im Valhalla-Stadion zum Finale wiederfanden! Die Aufregung war allerdings auch dementsrechend groß, denn alle anderen D’hagener feuerten unsere Mädels stimmgewaltig von der riesigen Tribüne aus an. Letztendlich verloren sie aber trotz guter erster Halbzeit mit 9:16, jedoch hätte ihr Lächeln nicht viel schöner sein können, wenn sie statt einer silbernen die Goldmedaille umgehängt bekommen hätten. Im Namen des MTV: „Ganz D’hagen ist stolz auf Euch, denn es hat bisher in der schon langen Tradition noch kein Team in ein Finale des Partille-Cups einziehen können!!!“
Vielleicht oder gerade weil die Mädels diese Ergebnisse des Öfteren nach Hause „transportieren“ wollten, verlor Stina ihr Handy und eine wilde Jagd sollte daraufhin ihren Anfang finden, denn man befürchtete, es sei geklaut worden. Anrufe mit anderen Handys wurden blockiert bzw. auf Schwedisch wortkarg beantwortet oder eine englische Stimme sagte: „Stop calling again!“- Berger schrieb daraufhin zwei doch recht eindeutige SMS an den unbekannten Dieb (!?!???), bis schließlich Minuten später plötzlich und aus heiterem Himmel das Handy unter Stinas Matrazze wieder auftauchte und wir uns bis heute fragen, ob uns allen die Bullenhitze nicht vielleicht doch zu Kopf stieg oder kleine Kobolde am Werk waren. Jedenfalls war alles wieder in Ordnung und auch hinter diesem kleinen Problem konnte am Ende des Tages ein Haken gemacht werden.
G15 mit Taddi, Neele, Beeke, Jill, Anna, Jule, Line – COACH Per
Unsere größten Mädels reisten wie unsere Boys 14 ebenfalls mit nur sieben Spielern an, was natürlich auch ein striktes „Verletzungsverbot“ mit sich zog. Sie hielten sich dran und waren ohne Auswechselspielerin gegen jeden Gegner konkurrenzfähig. Ihren besten Tag erwischten sie allerdings ausgerechnet am Donnerstag, als es von morgens bis abends regnete. Sie gewannen mit 17:7 gegen „Helset IL“ sowie mit 18:11 gegen das norwegische Team „Strindheim IL 2“ aus Trondheim, das vielen D’hagenern aus früheren Partille-Fahrten wohl noch sehr gut bekannt ist! Zwischen den Spielen waren die Mädels an diesem Tag mit Fritz-Walter-Wetter aber komischerweise so gut drauf, dass sie sich kurzerhand ihren Trainer schnappten und einfach in irgendeine Tram setzten, ohne deren Ziel genau zukennen. Schließlich fuhren sie aber doch wieder zurück zum Ausgangspunkt, denn die Endstation lag nicht einmal annähernd dort, wo sie eigentlich hinwollten.
Die sieben Mädels zogen also nach der Vorrunde in den B-Cup ein und mussten sich, nachdem das 1/16-Finale mit 21:9 gegen Oppsal IF 2 noch gewonnen wurde, leider im 1/8-Finale nach grandioser Aufholjagd in den letzten Minuten und einem Unentschieden kurz vor Schluss, doch noch mit einem Gegentor in wirklich allerletzer Sekunde der Mannschaft „Hisingen HK 1“ mit 6:7 geschlagen geben.
B12 mit Johannes, Julius, Jasper, Tobias, Paul, Max, Bennet, Rasmus, Jesper, Jonas, Jannes, Jan-Ole-- COACH Axel
12 Rabauken im besten vorpubertären Alter machten sich auf, um in Götborg Spaß zu haben. So gewannen sie eine Menge Erfahrung in den Handballspielen und auch in diversen anderen Lebenslagen, aber im 1/16-Finale verloren sie leider knapp mit 12:13 nach einem Golden Goal in der Verlängerung gegen das ebenfalls deutsche Team „Haltern-Sythen 1“. Jetzt hatten sie allerdings umso mehr Zeit, sich weiter über die vielen Rockzipfel und Sport-BH’s der hübschen Schwedinnen Gedanken zu machen. Diese wiederum wollten unseren Jungs anscheinend (?!?) das Tanzen in der Gruppe beibringen und unsere „Tanzbären“ gehorchten natürlich aufs Wort! Was dabei herauskam, kann auf einem 3-minütigem Video analysiert werden.
B14 mit Joni, Robin, Paul, Tommy, Julius O., Julius D., Tim, Johannes and the one and only Lukas – COACH Berger
Zusammen mit einer komplett zusammengewürfelten Mannschaft aus ehemaligen MTVD-Spielern hatten wir uns vorgenommen, dieses Jahr nicht wie 2009 im 1/16 Finale schon auszuscheiden, sondern im Sinne von „David gegen Goliath“ weit – ja, sogar ganz weit im Turnierverlauf zu kommen. Der erste „Goliath“ war nach einer unnötigen Niederlage gegen das „USA National Team“ die Mannschaft von Lugi Lund, die Ihrerseits allein über 30 Teams beim Partille-Cup stellte und aus Erfahrung immer den Finalsieg als Ziel ausgab. Jedoch kamen sie wohl mit dem zeitweiligen Regen nicht klar und so wurde „Lugi“ (späterer Vorrundenerster mit nur einer Niederlage) nach grandioser Leistung von uns mit 11:9 regelrecht vom Platz „gesurft“ und man war stolz wie Oscar! Schließlich und nach 6 Spielen mit beachtlichen 3 Siegen wurden wir Vierter von Sieben in der Gruppe 2 und sollten laut Partille-Zeitung am Samstag um 20.15Uhr das 1/8-Finale bestreiten. Jedoch, als wir um 19Uhr am Platz ankamen und uns nach dem Gegner erkundigen wollten, teilte man uns mit, dass wir bereits um 17.15Uhr ein 1/16-Finalspiel hätten bestreiten müssen und, dass ein Druckfehler im Heft dazu führte, denn dieses Spiel fehlte gänzlich. Sprich: Wir waren kampflos aus dem Turnier ausgeschieden – alle Titelträume zerplatzt!
Mit bedrückter, niedergeschlagener Stimme teilte Berger dieses seinem Team mit und man war den Tränen nah, denn die Vorfreude auf das Spiel und vielleicht weitere Siege im K.O.-System waren doch immens groß. Was konnte man tun? Gab es vielleicht noch eine Chance? Nach vielen Aktionen und Ideen, dieses Spiel nachzuholen und einem deutlichen „Nein“ der obersten Partille-Cup-Führung vor Ort blieb Coach Berger nichts anderes übrig, als gegen 21 Uhr offiziell Protest im Partille-Dorf einzureichen, denn man hätte ihn anrufen oder ihm in der Übernachtungsunterkunft eine Information hinterlegen können. Telefonnummer und Schlafadresse waren ja bekannt! In diesem Fall entschuldigte sich das Sekretariat des Cups vielmals und versprach, alles dafür zu tun, den Partille-Cup für die Jungs erneut zu öffnen, indem ein Team aus dem gleichen Jahrgang ein weiteres, ein zweites 1/8 Finale spielt. Man wollte uns dieses Ergebnis gegen 23 Uhr mitteilen, machte uns aber nicht sehr viel Hoffnung.
Die Minuten verrannen, bis schließlich der lang ersehnte Anruf der Partille-Verantwortlichen kam: “You play on HEDEN 6 tomorrow at 8 o’clock!”
Man kann sich sicher jetzt vorstellen, wie und mit welcher Euphorie dieser Satz durch ganz Göteborg „getragen“ wurde!!!
Und so kam es, dass wir das 1/8-Finale mit einem Tor Unterschied gewannen und das 1/4-Finale Dank eines starken Johannes (3 wichtige Tore bei 3 Versuchen), der in der zweiten Halbzeit aus der Boys12-Mannschaft nach logistischer, abenteuerlicher Meisterleistung noch dazustieß, gegen ein dänisches Team für uns entscheiden konnten! An dieser Stelle seien auch kurz die herausragenden Torhüterleistungen unserer Interimskeeper Paul, Tommy und Joni erwähnt, die ihre neue Rolle in der gesamten Woche perfekt ausfüllten!
Doch nun war es so weit - das Halbfinale stand an. Sonntag, 11.25Uhr auf Platz 11, sollte unter zu Beginn strömendem Regen das Finale erreicht werden. Aufgrund einiger Wehwehchen, die wir uns im Turnierverlauf zuzogen, mussten wir unserer dünn besetzten Reservebank allerdings Tribut zollen und uns nach großem und aufopferungsvollem (Julius O. humpelte seit dem 1/8-Finale) Kampf leider geschlagen geben. Jedoch als stolzer Halbfinalist im B-Cup, der zuvor den großen LUGI Lund als einziges Team in der Vorrunde schlug!
Insofern durfte Julius „Uschi“ O. seiner Matilda („sie ist.. *zensiert*, sehr.. *zensiert* und total.. *zensiert*, kann aber leider nur wenig englisch!“) aus Schweden, die er bereits am ersten Abend kennenlernte, erhobenen Hauptes auch weiterhin den Hof machen.
Weitere schöne Annekdoten:
Zum Halbfinalspiel Deutschlands bei der WM in Südafrika bereitete man sich wie in einem Kinosaal mit Fernseher im Zimmer der Mädels voller Vorfreude und Euphorie auf eine bombastische Feier nach einem Sieg gegen Spanien vor. Doch, und wie wir jetzt bereits wissen, kam es anders und so ging man nach diesem lahmen Kick wieder raus auf den Bolzplatz der Schule und betrieb „Frustbewältigung“, um sich auf die nächsten Handballspiele am Donnerstag zu konzentrieren. Andere bekamen auch nur ein Eis und die Welt war schon wieder in Ordnung.
Johannes Petersen, seines Zeichens ein lieber und netter Kerl, aber auch ein wenig zerstreuter und manchmal planloser „Professor“ schloss sich sowohl in der Unterkunft Göteborgs als auch im Zimmer auf der STENA kurioserweise ein, ohne die Tür von innen öffnen zu können. Nach 15 Minuten kamen sowohl Hausmeister mit Schraubenzieher als auch die Bordkarte durch den Schlitz unter der Tür, so dass er beide Male zeitnah „gerettet“ werden konnte. Auf dem Schiff war er aber danach wohl so außer Rand und Band, dass er irgendwann gegen 22 Uhr doch glatt irgendeine der ca. 100 Toiletten des Schiffs aufsuchen musste, um nach getaner „Arbeit“ festzustellen, dass er weder Kabinenkarte am Mann hatte, noch seine Zimmernummer wusste. So begab er sich ohne Orientierung, während zeitgleich andere aber schon nach ihm suchten, auf die lange Reise durchs Schiff und zu seiner Koje. Schliesslich wurde er aber von seinen Kameraden schnell wieder „eingefangen“ und zur Vernunft gebracht, dass er bitte zukünftig seine Karte mit einer kleinen Glöcke versehen um den Hals tragen möge!
„The one and only Lukas“ war der Entertainer der Woche. Einer der Betreuer sagte voller Bewunderung, dass man unseren wohl zukünftigen „Wetten, dass..“ – Moderator im ganzen Schiff hören könne, sollten alle anderen Passagiere ruhig sein. Dabei spielt die eigene Position auf der STENA keine Rolle!
Jedenfalls kam Luki während der Rückfahrt nach Kiel zu den Betreuern, die gerade genüsslich ihre „Pommes-Berge“ aßen, um seine beiden Marabu-Schokoladen gewinnbringend zu verkaufen. Lukas zu Betreuer 1: „Ein Riegel für 20 Kronen, zwei für 40 Kronen!“ Betreuer 1 entgegnete frecherweise: „Nein, Luki, ich würde zwei für 35 Kronen nehmen“, hatte dabei aber nicht verstanden, daß Luki genau DAS im Sinn hatte, denn: „Klar, kannste haben!“ freute er sich ein Loch in’ Bauch, da er selbst für einen Riegel (so wie er sagt..) hatte weniger als 15 Kronen bezahlen müssen! Betreuer 1 duchschaute den Schwindel noch rechtzeitig und cancelte den Deal sofort! ..doch dann kam Betreuer 2 und Lukas fragte in diesem Fall noch etwas listiger: „Hallo Betreuer 2, möchtest Du Marabu-Schokolade haben? Einen Riegel für 30 Kronen, zwei für 60 Kronen......“
So ging also ein denkwürder Partille-Cup zu Ende, an den man sich noch lange erinnern wird. Spätestens Anfang Juli 2011 wird dann aber wohl das nächste Kapitel der Dänischenhagener Traditionsfahrt anstehen und das Jahr 2010 wieder in den Schatten stellen.
180 Bilder der Fahrt werden zeitnah über die Homepage www.mtvd-handball.de verfügbar sein und somit freuen wir uns mit einer nachfolgenden, kleinen Vorausschau schon auf den Partille-Cup 2011 !!!
Eure 44 Dänischenhagener aus Schweden
Was wir im nächsten Jahr anders machen sollten:
-nicht wieder 250 Kronen blind an einem MARABU-Stand im Lisebergpark verjubeln ohne etwas zu gewinnen
-Nasentropfen in die Nase anstatt in den Mund träufeln
-Das Partille-Heft vorab auf diverse Druckfehler überprüfen
-Die rechten Bi- und Trizeps trainieren, damit wir beim Ziehen an z.B. (!?!?) Automaten keine Zerrung bekommen...
-Sich das Kostüm eines American Gladiators zulegen, um diverse blau, grün, gelbe Flecke beim stundenlangen und ausgiebigem „Arschbolzen“ (Fussballspiel-Variante, siehe Partille Bericht `09) zu vermeiden
-Uschi alias Julis O. erklären, dass man auf einem Mannschaftsfoto bei Rückansicht nicht unbedingt jedes entscheidende Bekleidungsstück runterziehen muss
-Mindestens ein Auto-Batterie-Starter-Kabel einstecken, damit Axel am letzten Tag ruhiger packen kann und nicht mit den Gedanken bei seinem Auto sein muss
-Göteborg sollte außerdem Wochen vor dem Turnier vor dem Eiskonsum Per’s gewarnt werden, damit man sich dementsprechend auf ihn einstellen kann
-Kaffeekocher (megawichtig) und Laptop (nochmegamehrwichtiger) mitnehmen!!!